Wohlen bei Bern
Wohlen bei Bern
Wohlen bei Bern
Wohlen bei Bern
Wohlen bei Bern
Wohlen bei Bern
Wohlen bei Bern
Wohlen bei Bern
Wohlen bei Bern
Wohlen bei Bern
Wohlen bei Bern
Wohlen bei Bern
Kirche Wohlen
Wohlen bei Bern
Wohlen bei Bern
Wohlen bei Bern
Wohlen bei Bern
Wohlen bei Bern
Wohlen bei Bern
Wohlen bei Bern
Wohlen bei Bern
Wohlen bei Bern
Wohlen bei Bern
 
 

Die Entstehung des Wohlensees

Wohlensee

Das Wasserkraftwerk Mühleberg hat im Herbst 1993 die zehnmilliardste Kilowattstunde seit Inbetriebnahme der Anlage im August 1920 produziert. Mit dieser Strommenge könnte die Stadt Bern während zehn Jahren versorgt werden, hat man bei der BKW Energie AG ausgerechnet. Grund genug, in der Baugeschichte des Kraftwerks nachzublättern, vor allem, weil sein Entstehen das Bild der Aarelandschaft im Gemeindegebiet stark verändert hat.

Unbeliebter "Elektrosee"

Die Schwierigkeiten begannen bereits bei der Namensgebung: Nach langem Hin und Her verwarf man Namen wie "Stiller See", "Kraftsee", "Elektrosee" und einigte sich auf "Wohlensee". Das Baubewilligungsverfahren gestaltete sich besonders schwierig. Der Eingriff in die Landschaft mit dem 15 Kilometer langen künstlichen Stausee war einschneidend: 250 Hektaren Kulturland und ebenso viel Wald wurden unter Wasser gesetzt, 23 Wohn- und Bauernhäuser mussten abgebrochen werden. Alle 39 Einsprachen und Rechtsverwahrungen konnten gütlich erledigt werden, mit Ausnahme der Einsprache der Stadt Bern. Diese hatte 1900 das Wohleiprojekt geplant, ein Stauwehr bei der Gäbelbachmündung mit Zuleitungskanal und Zentrale. Das Bundesgericht musste schliesslich entscheiden. Die staatsrechtliche Beschwerde der Stadt Bern wurde am 15. Juli 1918 abgelehnt. Das Projekt fiel mit dem Bau des Mühlebergwerkes buchstäblich ins Wasser. Der 1917 in Angriff genommene Bau des Kraftwerks bekam grünes Licht.

Bau mit Hindernissen

Unter schwierigen Umständen wurde das Werk gebaut: Eine 240 Meter lange und 35 Meter hohe Staumauer an der Gemeindegrenze zwischen Wohlen und Mühleberg bildet den Talabschluss. Durch den Aufstau der Aare um 18 Meter und eine Aarebettvertiefung unterhalb der Zentrale um 2 Meter wurde ein Wasserspiegelgefälle von 20 Metern erzeugt. Benzin und Zugpferde fehlten, und so kam ab 1918 auf der Strecke Gümmenen - Baustelle eine "geleislose elektrische Bahn" zum Einsatz, der erste Trolleybus in der Schweiz. Ferner mussten Einrichtungen für Unterkunft und Verpflegung für 600 Mann geschaffen werden. 1919 und 1920 waren sogar bis zu 1000 Arbeiter auf der Baustelle. Im Staugebiet mussten zudem drei neue Brücken und über 4 Kilometer neue Wege gebaut werden. Trotzdem: Einen Monat früher als geplant wurde nach insgesamt dreijähriger Bauzeit im Sommer 1920 die erste Maschine in Betrieb genommen. Die Einweihung fand am 21. Juni 1921 statt. Doch die Kosten, 1917 mit 17 Millionen kalkuliert, hatten sich auf 40 Millionen Franken erhöht. Militärdienst, Streiks, Grippe-Epidemie, Maul- und Klauenseuche, wenig gelernte Arbeiter, ein starker Anstieg der Stundenlöhne (72 Rappen bei Baubeginn 1917, Fr. 1.70 bei Betriebseröffnung) und weitere Erschwernisse hatten zu diesem Ergebnis geführt.

Brückengeschichten

Der Weg vom rechten Aareufer über den tief eingeschnittenen Aaregraben in die Stadt Bern war lange Zeit beschwerlich. Als einzige Verbindung setzte eine Fähre bei Bremgarten und bei Unterdettigen über die Aare. Bei einem Fährunglück 1311 ertranken 72 Marktleute aus der Gegend von Frienisberg und Meikirch, weil das überladene Schiff auseinander brach. Der Fährbetrieb zu "Dettigen" wie auch jener bei Bremgarten wurden mit dem Bau der Neubrücke eingestellt. Die Neubrücke war die erste Verbindung Berns nach Norden. Sie wurde 1466 gebaut, 1535 neu gebaut und ist heute die älteste noch bestehende Holzbrücke im Kanton. Doch der Weg in die Hauptstadt blieb für die Marktfahrer aus dem nördlichen Hinterland weiterhin mühsam. Erst im Jahre 1870/71 wurde bei Hinterkappelen eine Holzbrücke als provisorischer Aareübergang erstellt. Zur Diskussion stand in den folgenden Jahren im Grossen Rat der Bau einer neuen Hinterkappelenbrücke. Die 1913 eröffnete Halenbrücke war für die Wohlener kein Ersatz, die Zufahrt bedeutete noch immer einen grossen Umweg. Der Bau des Wasserkraftwerkes Mühleberg gab den Durchbruch: Eine neue Hinterkappelenbrücke ersetzte die nur 4,2 Meter breite hölzerne alte Kappelenbrücke. Die Baukosten von 750'000 Franken übernahmen die BKW, der Kanton sowie die Gemeinden Wohlen, Bümpliz und Bern. Die "Kappelenbrücke", über welche heute täglich rund 11'000 Autos verkehren, wurde am 12. September 1920 offiziell geprüft und eröffnet, der alte Steg abgebrochen. In der Stegmatt, wo die Gemeinde einen Fussgänger- und Velosteg baute und diesen am 15. Mai 1999 einweihte, waren die alten Brückenwiderlager noch sichtbar - Vergangenheit und Zukunft treffen hier aufeinander.

Schutzverband Wohlensee

Der künstlich geschaffene See ist im Laufe der Jahre zum bedeutsamen Standort für viele Tiere und Pflanzen geworden. Für die Erhaltung des Wohlensees als Lebensraum setzt sich der 1952 gegründete "Schutzverband Wohlensee" ein. Anfänglich beschäftigte er sich vor allem mit Gewässerverschmutzungen durch Haushalt- und Industrieabwässer, Kieswäschereien, künstlichen Auflandungen, wilden Uferverbauungen und Bootsanbindeplätzen. Heute stehen die Anliegen des Uferschutzes im Vordergrund. Die fünf Anliegergemeinden Bern, Kirchlindach, Frauenkappelen, Mühleberg und Wohlen, der Kanton Bern, die BKW Energie AG sowie verschiedene Interessenorganisationen und Vereine sind im Schutzverband vertreten. Auch private Mitglieder sind willkommen.